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Mali: Politisches Porträt

25.08.2020 - Artikel

Die Bevölkerung Malis ist von großer ethnischer Vielfalt geprägt und lebt weitgehend von der Landwirtschaft. Bei einem Militärputsch am 18. August 2020 wurden Staatsoberhaupt und Regierung größtenteils von den Putschisten festgenommen. Staatspräsident Keita erklärte daraufhin seinen Rücktritt. Derzeit ist noch nicht absehbar, in welche Richtung sich die politische Situation in Mali weiterentwickelt. Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS bemüht sich um Verhandlungen vor Ort und dringt auf die zügige Einrichtung einer zivilen Übergangsregierung.

Bereits 2012 stürtzten ein Putsch und eine separatistische Rebellion der Tuareg in Nordmali das Land in eine schwere Krise. 2015 wurde das Friedensabkommen von Algier unterzeichnet und wichtige Elemente - wie etwa Maßnahmen zur Rückkehr staatlicher Ordnung in den Norden - konnten seitdem umgesetzt werden. Im Dezember 2019 wurde ein inklusiver nationaler Dialog unter Einbeziehung oppositioneller Gruppen abgeschlossen.

Parallel zur Umsetzung des Friedensvertrages bleibt die Sicherheitslage im Norden volatil, gekennzeichnet durch Angriffe von international vernetzten dschihadistisch-terroristischen Gruppierungen auf Sicherheitskräfte und die Zivilbevölkerung. Im Zentrum Malis haben sich bestehende Konflikte zwischen Viehhirten und Ackerbauern in den letzten Jahren verschärft, auch wegen fehlender wirtschaftlicher und sozialer Perspektiven und der Konkurrenz um Landnutzung infolge von Bevölkerungswachstum und Klimawandel.

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